Und selbst?

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Erzähle mir                 –        und ich vergesse.

Zeige mir                     –        und ich erinnere mich.

Lass es mich tun        –        und ich verstehe.

(Konfuzius 553-473 v. Chr)

Die Überschrift mag ein wenig provokativ klingen, aber meiner Ansicht nach sollte man nur über etwas reden, was man selber auch lebt und was man wenn möglich selber auch ausprobiert hat. Und das gilt auch und besonders für Energiesparen und  Energieeffizienz, für den Einsatz erneuerbarer Energien und auch für die E-Mobilität. 

Vielleicht ist ja die ein oder andere Maßnahme als Tipp, Idee, oder als Erfahrung aus der Praxis auch für den ein oder anderen Eigenheimbesitzer interessant.

1993

Bei der damaligen Komplett-Renovierung des Wohnhauses (ein altes Bauernhaus) standen bereits damals die Maßnahmen zur Energieoptimierung an erster Stelle.

  • Einbau einer thermischen Solaranlage mit 17m2. Sie deckt den Warmwasser- und Raumheizbedarf an mindestens 9 Monaten im Jahr
  • Einbau einer Kachelofenanlage mit elektronischer Regelung und 10kW Wasserwärmetauscher – für die restlichen 3 Monate des Jahres
  • Kombination der Solarthermie mit der Kachelofenanlage, damals noch mit einer frei parametrierbaren Steuerung – Bis heute ohne Ausfall!
  • Warmluftverteilung zur besseren Ausnutzung direkter Raumheizwärme
  • Betrieb der Heizungspumpen nur auf Anforderung der Raumthermostate
  • Betrieb der Zirkulationspumpe nur auf Anforderung über Taster (Küche, Bad)
  • Versorgung Spülmaschine über Warmwasser
  • Versorgung Waschmaschine über Warmwasser mit externer Steuerung
  • Versorgung von Gartenbewässerung und WC-Spülung über Regenwasser
 1995  Einbau einer thermischen Solaranlage auf dem Nebenhaus
 1995

Fassaden Vollwärmeschutz mit Mineralwolle

Dachisolierung mit Styropor-Zwischensparrendämmung

Bemerkung: Eine Fassadendämmung eines alten Hauses ohne Keller und ohne wirksame Feuchtesperrschicht in der Wand wird von vielen als Risiko angesehen. Eine Dämmung mit Mineralwolle erschien mir damals wegen der guten Dampfdiffusion als die beste Wahl, was sich zu 100% bestätigt hat. Feuchteaustausch und Raumklima haben sich seitdem nur positiv entwickelt!

 2000 Montage der ersten 8kW-Phototovolataikanlage auf dem Süddach des Hauses
 2000

Erster öffentlicher Solar-Infotag bei Urban´s

Vorstellung und Informationen zu PV, Solarthermie und Biomasseheizung

 2001 Zweiter öffentlicher Solar-Infotag
 2003 Dritter öffentlicher Solar-Infotag
 2006 Montage einer 12kW-Phototovolataikanlage auf dem Nebengebäude
 2007

Montage einer 27kW-PV-Anlage als Gemeinschaftsprojekt auf einem Mietdach.

In den Folgejahren wurden mehrere PV-Anlagen realisiert, teilweise auf Nebengebäuden, teilweise auch auf gemieteten Dächern.  Die zunehmende Dynamik des damaligen PV-Ausbaus wurde ja wegen der damaligen hohen Einspeisevergütung durchaus kontrovers gesehen. Eine negative Folge war sicher eine gewisse Verteuerung des Strompreises. Aber auch zu diesen Maßnahmen stehe ich zu 100%! Nur durch die damaligen Rahmenbedingungen des EEG und den dadurch geförderten PV-Ausbau in der Breite konnten Produktionen rationalisiert, Technologien vorangetrieben und so die Preise gesenkt und werden. So ist inzwischen PV nicht mehr nur die „beste“, sondern inzwischen auch die günstigste regenerative Energieform und Deutschland (noch) der Technologieführer in Sachen Regenerative Energiesysteme.

Eine weitere wichtige Tatsache wird in der Diskussion auch oft übersehen, ist aber heute aktueller denn je:

Ausschließlich durch die damalige EEG-Gesetzgebung in Deutschland sanken die Preise für PV-Systeme in wenigen Jahren weltweit auf einen Bruchteil im Vergleich zu den ersten Installationen. Jeder kann heute PV-Strom für 10ct / kWh am eigenen Dach selbst erzeugen – auch wenn in der Speicherung sicher noch Probleme zu lösen sind. In sonnenreicheren Gegenden der Erde erreicht man heute schon unter 4 cent (Stand 2016). Durch diese Entwicklung wurde Solarstrom auch in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern erschwinglich, die sonst niemals die Chance auf eine bezahlbare Elektrifizierung gehabt hätten. Wer nun meint, für die damalige Entwicklung der Solarenergie sei zu viel Geld ausgegeben worden, wer auch die damals geschaffenen mehreren hunderttausend Arbeitsplätze nicht als Erfolg akzeptiert, der vergleiche die Ausgaben des EEG einfach mal mit den Ausgaben, die ansonsten alleine für Entwicklungshilfe und für die Bekämpfung von Fluchtursachen in den Entwicklungsländern ausgegeben werden. Eine bessere und effektivere Bekämpfung von Fluchtursachen als eine stabile Energieversorgung und die damit verbundene Steigerung des Lebensstandards in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern gibt es nicht!

 2007 Einbau einer Stückholz-Zentralheizung im NebenhausEin 1500l Kombipuffer wird alternativ von Solaranlage oder Holzheizung beladen und versorgt Brauchwasserbedarf und Raumheizung (System: www.solar-partner-sued.de)
 2012 Montage einer 9,8kW- Eigenverbrauchs-PV-Anlage mit Energiemanagement SMA Sunny Home ManagerDatenerfassung zu PV-Erzeugung, zu verschiedenen Haushaltsverbrauchern, Ermittlung des Eigenverbrauchspotentials im Haushalt und zu Steigerungsmöglichkeiten durch Lastverschiebung
 2013

Das erste Elektroauto: Ein Nissan Leaf (erste Generation),damals noch im Eigentum der Schletter GmbH, genutzt als Dienstwagen mit 1%-Regelung

Untersuchungen zum Potential der Ladung des E-Autos an der hauseigenen PV-Anlage im Praxiseinsatz. Entwicklung und Prototyperprobung des Energie-Managementsystems im Haushalts-Praxiseinsatz: SmartPv-Charge – Intersolar Award für das Schletter Team im Jahr 2013:  https://www.youtube.com/watch?v=jqAUzyemuNU

 2013

PV-Anlage für das Nest

Im Sommer 2013 konnte ich durch großzügige Spenden der Fa. Schletter und einiger Partnerfirmen eine PV-Anlage mit Speicher für das „Nest“ realisieren und damit die örtliche Stromversorgung sicherer und billiger machen. Mein besonderer Dank geht hier an den Kollegen Marco Stuckenberger und seiner damaligen Freundin Steffi (inzwischen Ehefrau), die diese Anlage in ihrem Urlaub zusammen mit den Kräften vor Ort aufgebaut haben.

 2014

Energiesparmaßnahmen: HeizungspumpenEinbau energiesparender elektronischer Heizungspumpen in allen Heizkreisen

Diese Maßnahme ist für Umwelt und Geldbeutel für jeden Haushalt zu empfehlen. Viele Heizungspumpen laufen 24 Stunden am Tag – vollkommen sinnlos – mit voller Leistung. Die Investition rechnet sich in spätestens 2 bis 3 Jahren!

 2015

Energiesparmaßnahmen: LED-BeleuchtungAufgrund der oft nicht immer belastbaren Angaben zur Helligkeit und insbesondere zur Lichtfarbe eigneten sich die LED-Lampen der ersten Generationen nicht immer für den Haushaltseinsatz. So wurden für die verschiedenen Einsatzgebiete immer wieder neue Muster ausprobiert und irgendwann für gut befunden, die vorhandenen Leuchten vollwertig zu ersetzen. Das ist inzwischen bei uns zu fast 100% umgesetzt.

So sind nach meiner Erfahrung inzwischen für praktisch alle Beleuchtungsaufgaben passende Ersatz-LED-Leuchtkörper verfügbar, sei es als Ersatz für Glühlampen, für Halogenstrahler oder auch für Leuchtstoffröhren. Sparpotential ca. 80%

 2015 Einbau einer automatisch geregelten Elektro-Zusatzheizung 0 bis 6kW im Kombispeicher des Nebengebäudes. Untersuchung der Erhöhung des Eigenverbrauchspotentials der PV-Anlage durch Wärmeenergie in Verbindung mit einem Energiemanagement-System.
 2015

Einbau eines Batteriespeichers mit 8kWh Netto-Energieinhalt zur Eigenversorgung

Optimierung des Haushalts-Eigenverbrauchs im System PV / Batteriespeicher / Energiemanagement / Elektroauto. Datenerfassung und Auswertung.

Ergebnis für das Jahr 2015:

76% Autarkiequote bei 64% Eigenverbrauchsquote für Haushalt incl. E-Auto-Ladung

 2015

Montage einer öffentlich zugänglichen Ladestation, Typ 2, 22kW

Hier kann jeder gegen eine „Stromspende“ parken und Laden im Sommer natürlich vorwiegend PV-Strom!

http://www.goingelectric.de/stromtankstellen/Deutschland/Haag-in-Oberbayern/Privater-Ladepunkt-Lengmooser-Weg-24/15807/

 2015 Erweiterung der hauseigenen Anlage mit einem erweiterten Zählerschrank zur getrennten Datenerfassung von PV-Anlagen, Speichersystem, Ladestationen usw.
 2016

Das erste private Elektroauto: Ein Renault ZOE R240, Bj 2015

Er kann das fossil betriebene Auto noch nicht in allen Fällen ersetzen, wird aber bei uns in der Familie seit dem Kauf im Dez. 2015 für alle Fahrten genutzt, die in der normalen Reichweite liegen – im ersten Betriebsjahr bereits über 15.000km elektrisch statt fossil.

Geladen wird zu über 80% günstig und CO2-neutral an der eigenen PV-Anlage.

 2016

Erweiterung der Eigenverbrauchs-PV-Anlage mit 9,8kW auf dem Norddach

Weitere Untersuchung des Eigenverbrauchs- und Autarkiepotentials im Haushalt.

Ergebnis für das Jahr 2016:

80% Autarkiequote in Verbindung mit intensiver E-Auto Nutzung bei vorwiegender PV-Ladung!

Erwartungsgemäß ließ sich die Autarkiequote durch eine zusätzliche PV-Anlage auf einem Norddach nur unwesentlich steigern, die Simulationsrechnungen werden also hier in der Praxis bestätigt.

Aber spätestens bei Anschaffung des zweiten E-Fahrzeuges wird auch diese zusätzliche Anlage noch effektiver ausgenutzt.

 2016 Erweiterung des Energiespeichers auf 15kWh Netto-Energieinhalt, um weitere Steigerungen der Autarkiequote durch Speichererweiterung in der Praxis zu untersuchen.
 2017

Das zweite private Elektroauto: Ein Renault ZOE 400, Bj 2017

Das erste E-Auto inzwischen knapp 35.000km Laufleistung erbracht hat , ist inzwischen ist das gleiche Modell mit doppelter Reichweite am Markt verfügbar! Deshalb gibt es in Zukunft einen Familien-Auto-Pool mit zwei E-Autos und einem verbliebenen „Verbrenner“, der dann aber vorwiegend nur noch für Kurzstrecken, für Fahrten mit dem Tandem-Hänger oder als 7-Sitzer eingesetzt wird.